Hoher Spycher in Erschmatt

Zeitzeuge aus dem 17. Jahrhundert


Der Hohe Spycher («Heju Spiichär») ist ein markantes Gebäude im alten Dorfteil, eine Gehminute östlich der Kirche erreichbar. Das Besondere dieses Blockwandbaus mit Jahrzahl 1628: Die Stadelstützen und Mäuseplatten ruhen auf zirka 3 Meter hohen Natursteinstützen.

Geschichte des Hohen Spychers

Der Hohe Spycher wurde als Speicher genutzt, aber eigentlich war das Gebäude ursprünglich ein Stadel mit Dreschtenn. Offen bleibt, ob das Gebäude im Jahre 1628 in der jetzigen Bauart dort erstellt wurde oder ob der Stadel vorher andernorts stand und dann hierhin versetzt wurde. Warum steht er auf so hohen Mauerstelzen? Es gibt keine sichere Erklärung dafür, sondern nur Vermutungen, z.B. dass dies mit Eigentumsverhältnissen zusammenhängen könnte oder dass das Ökonomiegebäude im Norden einen freien Zugang brauchte.

Ein Ort für Kultur und Bildung

Der Hohe Spycher war bis 2011 im Privatbesitz mehrerer Eigentümer und wurde als Vorratsraum genutzt. Die Gemeinde kaufte den Hohen Spycher im Jahr 2011 und dazu auch das Ökonomiegebäude im Norden mit dem Ziel, das wertvolle Gebäude in seiner Substanz zu erhalten. Nach einem fach- und stilgerechten Umbau stehen die Gebäulichkeiten für Bildungs- und Kulturzwecke dem Verein Erlebniswelt Roggen zur Verfügung.



Geschichten und Ereignisse

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Der Hohe Speicher - eine Falle?

Eine Überlieferung erzählt, dass der Hohe Spycher während der Franzoseneinfälle im Mai des Jahres 1798 nicht ausgeraubt wurde, weil die Franzosen in der ungewöhnlichen Form des Gebäudes eine Falle vermuteten. Die Schäden und Brandschatzungen waren aber, wie die Chronik von Pfarrer Peter Jossen auflistet, immens: «Die Bergluft von Erschmatt regte den Appetit der Fanzosen an, sie verschlangen 15 Rinder, 2 Kühe, 1 Kalb, 4 Rosse, 11 Pferde, 2 Esel und 3 Filinen. Der Gesamtschaden, den die Franzosen den Erschmattern verursachten, beläuft sich auf 3553 Kronen.» (Jossen, S. 178-181).